ein Projekt im Rahmen § 35 KJHG
angeboten durch den
Pfad ins Leben e. V. Jena



Seit Januar 2005 besitzt der Verein drei Häuser in Ungarn der Region um Szeged zur Betreuung von drei Jugendlichen. Die Region unweit von der rumänischen Grenze, ist vor allem eine landwirtschaftliche Region, in der kleine Dörfer vorherrschen und die Besiedelung relativ gering ist. Die Menschen leben vorwiegend vom Gemüse - insbesondere Paprikaanbau und der Tierzucht (Schweine für die Salamiherstellung), oder vom Weinanbau und der Verarbeitung. Vorherrschend sind kleinere landwirtschaftliche und Familienbetriebe.
Szeged als Kreisstadt, in der wir uns anmelden, sofern der Aufenthalt länger als drei Monate geplant ist, hat mit 164.000 Einwohnern trotz Universität und einer Vielzahl von Verwaltungen eher kleinstädtischen Charakter.

Ungarn bietet den Vorteil, dass es für dieses Land als Mitglied der EU keine komplizierten Einreisebedingungen gibt und man mit dem PKW oder dem Zug jederzeit in ca. 12 Stunden vor Ort sein kann.
Die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs sowie die ärztliche Versorgung entspricht dem mitteleuropäischen Standart. Auf Grund des Krankenversicherungsab-kommens muss in der Regel keine zusätzlich Auslandskrankenversicherung für die Jugendlichen abgeschlossen werden.
Die Lebensverhältnisse in Ungarn sind einfacher als in Deutschland jedoch nicht zu vergleichen mit Sibirien.

Das Projekt wurde den entsprechenden Behörden (der Bürgermeisterin von Martély und dem Bürgermeister von Csongrád, der Bezirksstadt der Region) vorgestellt, die dieses unterstützen.

Unsere Häuser liegen nicht direkt in den Dörfern, sondern etwas abseits jeweils drei bis fünf Kilometer entfernt von Csongrad, Martčly und Mindszent. Die Orte erstrecken sich entlang der Tisza, einem Fluss der mit vielen Nebenarmen zum Baden und Fischen und einer Vielzahl Outdoor-Aktivitäten einlädt. Zu jedem unserer Häuser gehören ein Stück Land für eine landwirtschaftliche oder gärtnerische Nutzung, oder auch eine große Wiese zum Zelten, wo auch andere Jugendliche des Projektes soweit es das Betreuungsverhältnis vor Ort zulässt, die Ferien verbringen können. Die Region ist die sonnenreichste Ungarns.

In der Region gibt es verschiedene Möglichkeiten für unsere Jugendlichen einer sinnvollen und einfachen Arbeit nachzugehen. Gute Beziehungen gibt es zum Leiter des staatlichen Forstes, wo Jugendliche in die Arbeiten im Wald (Bäume pflanzen, Bäume roden usw.) einbezogen werden können.
Sie können sich damit gleichzeitig ihr Holz zum Heizen „verdienen“.
Es ist auch möglich und wurde durch uns bereits praktiziert, dass hier direkte Auflagen der Gerichte zur Ableistung von gemeinnütziger Arbeit erfüllt werden können.

Dazu haben sich ein Tischler und ein Automechaniker, die eine eigene kleine Werkstatt besitzen, bereiterklärt je einen Jugendlichen zu beschäftigen.

Durch die Möglichkeit der Arbeit außerhalb des eigenen Hofes ist es leichter realisierbar einen strukturierten Tagesablauf in Vorbereitung auf die Rückkehr nach Deutschland einzuführen und einzuhalten. Die Jugendlichen sind stärker motiviert pünktlich zu sein, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren und arbeiten ausdauernder.
Durch die Anleitung durch Fachleute können die Jugendlichen besser als bisher auf eine Berufsausbildung in Deutschland vorbereitet werden.

Neben der Arbeitsmöglichkeit außerhalb unserer Häuser und Grundstücke müssen auch Renovierungsarbeiten, gärtnerische Arbeiten und natürlich alle hauswirtschaftlichen Arbeiten bei uns durch die Jugendlichen gemeinsam mit ihren Betreuern erledigt werden.

Schule wird wie im Sibirienprojekt in Form von Einzelbeschulung durch den Betreuer entsprechend dem Entwicklungsstand des Jugendlichen und seinen Möglichkeiten in Vorbereitung auf die Rückkehr nach Deutschland durchgeführt.

Welchen Teil Schule und Arbeit in der Wochen- und Monatsplanung einnehmen, ist abhängig davon, was für die weitere Entwicklung nach dem Auslandsaufenthalt in Deutschland geplant ist, z. b. Erreichen eines Hauptschul- oder eventuell eines Realschulabschlusses oder Vorbereitung auf eine Berufsausbildung.